Reading (Lesen)
Part 1Lesen Sie den folgenden Text. Welche der Sätze a–e gehören in die Lücken 1–3? Es gibt jeweils nur eine richtige Lösung. Zwei Sätze können nicht zugeordnet werden.
Wenn die Stadt zum Schwamm wird
Starkregen gehört in Mitteleuropa inzwischen zu den häufigsten Wetterextremen. Innerhalb weniger Minuten fällt dabei so viel Wasser, dass die Kanalisation es nicht mehr aufnehmen kann. 1 Keller laufen voll, Unterführungen müssen gesperrt werden, und verschmutztes Wasser gelangt ungefiltert in Bäche und Flüsse. Größere Rohre allein lösen das Problem nicht, denn sie wären die meiste Zeit des Jahres nahezu leer.
Stadtplanerinnen und Stadtplaner setzen deshalb zunehmend auf die sogenannte Schwammstadt. 2 Begrünte Dächer, flache Mulden in Parks und durchlässige Pflastersteine sorgen dafür, dass der Regen vor Ort versickert oder in unterirdischen Speichern gesammelt wird. In heißen Sommern verdunstet dieses Wasser wieder und kühlt die Straßen spürbar ab – ein willkommener Nebeneffekt in Zeiten zunehmender Hitzewellen.
3 Der Umbau bestehender Viertel ist teuer und dauert oft Jahrzehnte, denn unter fast jeder Straße liegen Leitungen, die niemand ohne Not verlegen möchte. Viele Kommunen beginnen daher dort, wo ohnehin gebaut wird: bei neuen Wohngebieten oder bei der Sanierung von Schulhöfen. Dort lassen sich Mulden und Gründächer von Anfang an einplanen, ohne dass bestehende Straßen aufgerissen werden müssen. Ob sich auf diese Weise ganze Städte verwandeln lassen, bleibt vorerst offen.
Options
- a) Ihr Grundgedanke ist einfach: Regenwasser soll nicht mehr möglichst schnell abgeleitet, sondern aufgefangen werden.
- b) Diese Wassermassen lassen sich mit modernen Pumpen jedoch problemlos ableiten.
- c) Das überschüssige Wasser sucht sich dann seinen eigenen Weg.
- d) Außerdem lässt sich das Prinzip mit geringem Aufwand in jedem Viertel umsetzen.
- e) So überzeugend das Prinzip klingt, so mühsam ist seine Umsetzung.
- 1. Lücke 1→ ___
- 2. Lücke 2→ ___
- 3. Lücke 3→ ___
Answer and explanation
- 1. c) Das überschüssige Wasser sucht sich dann seinen eigenen Weg. — Before the gap we learn that the sewers can no longer take the water; after it, the consequences are listed ('Keller laufen voll…'). 'Das überschüssige Wasser' points back to exactly that excess water and 'dann' ties it to the moment of overflow, so the sentence bridges to the list. Distractor (b) also refers to the water ('Diese Wassermassen') and therefore looks right at first, but 'problemlos ableiten' contradicts the flooding described next. At C1 a matching reference word is not enough; the logic must hold too.
- 2. a) Ihr Grundgedanke ist einfach: Regenwasser soll nicht mehr möglichst schnell abgeleitet, sondern aufgefangen werden. — The 'ihr' in 'Ihr Grundgedanke' needs a feminine antecedent, and the previous sentence ends with 'die Schwammstadt'. The sentence states the idea (catch the rain instead of draining it fast), and the next sentence lists concrete examples (green roofs, hollows, permeable paving). General idea followed by concrete examples is a very common pattern in this task.
- 3. e) So überzeugend das Prinzip klingt, so mühsam ist seine Umsetzung. — The third paragraph changes direction: the previous one described the benefits, and after the gap come the difficulties ('teuer', 'dauert oft Jahrzehnte'). The pattern 'So überzeugend …, so mühsam …' sets up exactly this contrast, and 'seine Umsetzung' refers back to 'das Prinzip'. Distractor (d) fits the topic, but 'Außerdem' adds another advantage and 'mit geringem Aufwand' contradicts 'teuer' in the next sentence. Always check which way the connector points: addition or contrast.
In the real exam the text has 6 gaps and 8 sentences (a–h); two sentences do not fit anywhere. Each correct answer is worth 2 points. Reading and Sprachbausteine together take 90 minutes. For each gap read the sentence before and after it: pronouns (ihr, seine), demonstratives (dieses, diese) and connectors (außerdem, so … so) usually decide the answer. Distractors fit the topic but break the line of argument.